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Winningen/Region. Um klarzumachen, worum es geht, hätte es eigentlich keiner Worte bedurft. Denn die Gründungsversammlung der neuen Bürgerinitiative (BI) gegen Bahnlärm im Moseltal in den Fronhof-Stuben in Winningen wurde einige Male durch vorbeifahrende Züge unterbrochen. Von ihrem Ziel, der Gründung eines Vereins, ließen sich die Anwesenden aber nicht abbringen. Und so hatte der Verein – er muss natürlich erst noch eingetragen werden – am Ende des Abends 36 Mitglieder, einen neunköpfigen Vorstand und sogar einen Forderungskatalog.

Das Hauptziel fasste der neue Erste Vorsitzende Max Op den Camp (Winningen) so zusammen: „Es geht uns langfristig darum, den Güterverkehr aus dem Moseltal rauszubringen.“ Und damit meinte er das ganze Moseltal. Denn was 2014 als Initiative der Freien Bürgerliste (FBL) in Winningen begann, ist zu einer Bürgerinitiative für die gesamte Terrassenmosel geworden. So gehören zu den Gründungsmitgliedern auch Bürger aus Pommern, Ediger-Eller, Burgen und vielen anderen Gemeinden. Nicht umsonst rückte man auch vom ursprünglichen Namensvorschlag ab und ersetzte „an der Untermosel“ durch „im Moseltal“.

In einem ersten Schritt soll jetzt eine Präsentation erstellt werden, mit der man auf die Problematik aufmerksam machen will. „Damit wollen wir uns an die Ortsgemeinden und die Bürger wenden, um sie zu informieren, was zu befürchten und was vonseiten der Bahn geplant ist“, sagt Op den Camp, der auf eine weitere Erhöhung des Bahnverkehrs anspielt. „Wir befürchten eine enorme Verschlechterung der Lebensqualität.“

Zudem will die BI auch das Gespräch mit Bahnverantwortlichen und Politikern suchen. Ein Ansprechpartner ist das Koblenzer SPD-Bundestagsmitglied Detlev Pilger, der zu den Initiatoren der „Abgeordnetengruppe Bahnlärm“ gehört, die sich aus Bundestagsmitgliedern zusammensetzen soll und die sich zu Beginn des Jahres konstituieren möchte. „Zu ihm werde ich sicher Kontakt suchen“, sagt Op den Camp.

Das sind die zehn Forderungen der neuen Bürgerinitiative:
Sofortiger Stopp einer weiteren Zunahme des Güterzugverkehrs im Moseltal.
Verbot nächtlicher Arbeiten an Bahnkörper und -anlagen in und an bewohnten Gebieten von 22 bis 6 Uhr bei einem Lärmaufkommen von mehr als 50 Dezibel. Verbot des nächtlichen Güterzugverkehrs ab 2020.
Aufhebung des Bestandsstreckenschutzes der Bahntrasse im Moseltal.
Festlegung gleicher und allgemeingültiger Immissionsobergrenzen für den Bahnbetrieb.
Einrichtung unabhängiger und transparenter Messstellen im Moseltal zur Erfassung der tatsächlichen Anzahl der Züge und deren tatsächlichen Lärmspitzenwerten sowie defekter, besonders lauter Waggons und Loks.
Geschwindigkeitsbegrenzung für alle Züge bei Orts- und Bahnhofsdurch- und -vorbeifahrten auf maximal 70 km/h, für Güterzüge mit Gefahrgut auf maximal 50 km/h.
Unverzügliche, permanente Instandhaltung, Modernisierung und Umrüstung des Bahnkörpers, der Brücken und des rollenden Materials, besonders im Hinblick auf die Sicherheit sowie Lärm- und Erschütterungsreduzierung.
Einhaltung der Vereinbarungen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, insbesondere im Hinblick auf die Umrüstung aller in Deutschland eingesetzten Güterwagen auf Flüsterbremsen bis spätestens 2020.
Bereitstellung der erforderlichen Mittel zur Lärmsanierung des Moseltals nach dem Verursacherprinzip.
Berücksichtigung des Moseltals bei der Planung neuer Güterzugtrassen. Bau einer Umgehungsstrecke für den überregionalen Güterzugtransit.

Kontakt zur Bürgerinitiative: Max Op den Camp, Telefon 02606/2000 11, E-Mail info@ opdencamp.de. Die Internetseite http://www.bahnlaerm-moseltal.de ist bereits für die BI reserviert, aber noch nicht aktiv.

Quelle…lesen Sie weiter…=> http://www.rhein-zeitung.de

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